Akustikusneurinom
Akustikusneurinom - DefinitionEin Akustikusneurinom (AN) ist ein gutartiger langsam wachsender Tumor in der hinteren Schädelgrube, ausgehend von der Nervenhüllenschicht des Gleichgewichtsnerven (VIII. Hirnnerv). Im Gegensatz zu bösartigen Tumoren dringt das Neurinom weder in umliegendes Gewebe ein noch bildet es sog. Tochtergeschwülste. Es wächst jedoch verdrängend, sodass das umliegende Gewebe dadurch geschädigt werden kann. Da der Tumor bevorzugt im inneren Gehörgang entsteht, wo neben den beiden (unteren und oberen) Anteilen des Gleichgewichtsnerven auch der Hörnerv verläuft, sind die Leitsymptome bei Akustikusneurinom, Hörsturz oder fortschreitende Hörminderung, Ohrgeräusche und in seltenen Fällen Schwindel oder Gesichtsnervenlähmungen. Bei zunehmender Hörverschlechterung auf demselben Ohr sowie wechselnder Hörfähigkeit ist an ein Akustikusneurinom zu denken. Gefährlich wird der ansonsten gutartige Tumor durch sein verdrängendes Wachstum in der hinteren Schädelgrube mit der möglichen Folge einer Hirndrucksteigerung und Beeinträchtigung weiterer Hirnnerven. Akustikusneurinom - Diagnose und Therapie
Nachgewiesen wird ein
Akustikusneurinom durch ein Kernspintomogramm, das zur Zeit die empfindlichste und
genaueste Untersuchungsmethode darstellt mit annähernd 100-prozentiger
Treffsicherheit. Zu dieser kostspieligen Untersuchung wird dann geraten, wenn
von HNO-ärztlicher Seite entsprechende klinische Symptome und eine
charakteristische Verzögerung der Nervenleitzeit des 8. Hirnnerven in der sog.
BERA* festgestellt werden. Therapeutisch wird je nach Beschwerden und Größe des Tumors zu einem Beobachten bei sehr langsamem Tumorwachstum oder zu einer HNO-ärztlichen oder neurochirurgischen Operation oder zu einer Bestrahlungsbehandlung geraten. Letztere dient der Begrenzung des Tumorwachstums mit dem Vorteil einer nur geringen Beeinträchtigung angrenzender Hirnnerven, birgt aber die Gefahr narbig bedingter Spätkomplikationen wie Störung der Zirkulation des Hirnwassers und Irritation sensibler und motorischer Hirnnerven. Akustikusneurinom - Nachsorge nach Operation
Die rasche Anpassung des Organismus an die veränderte Lebenssituation
bei Akustikusneurinom, insbesondere nach Op. ist Ziel therapeutischer Bemühungen, die das
eingeschränkte Hörvermögen, Ohrgeräusche, evtl. vorhandene Gesichtsnervenlähmung
und vorübergehenden Schwindel betreffen. Einer Abkürzung der Anpassungsphase,
die individuell sehr unterschiedlich lang sein kann, dienen u.a.
Koordinationsübungen bis zu der individuellen Belastungsgrenze,
krankengymnastische Übungsbehandlungen, ein apparativer Ausgleich der
Schwerhörigkeit, insbesondere CROS-Geräte* bei Taubheit und gestörtem
Richtungshören sowie verhaltenstherapeutische Maßnahmen im Sinne der
Tinnitusretrainingtherapie. Eine stationäre Anschlussheilbehandlung nach Akustikusneurinom -Op. ist sinnvoll zur zeitgleichen Verwirklichung aller genannten Anpassungsstrategien. Ebenso empfehlen wir den Anschluss an eine Selbsthilfegruppe, sodass Betroffene unter Leidensgenossen Erfahrungen austauschen können.
Akustikusneurinom - Nachsorge von
operierten Neurinom-Patienten
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